Mein Lipödem | Warum ich über meine Krankheit blogge

Hallo, meine Name ist Carina, ich bin 29 Jahre alt, bin 162cm groß und gehöre zu den knapp 10% der Frauen in Deutschland die von der Krankheit Lipödem betroffen sind.
Das Lipödem betrifft meine beiden Oberarme, beide Beine (OS sowie US) und die Hüfte.

Was ist Lipödem?

Das Lipödem ist eine chronische und meist progrediente Erkrankung bei Frauen, die durch eine Fettverteilungsstörung gekennzeichnet ist. Diese entsteht aufgrund einer umschriebenen, symmetrischen Unterhautfettgewebsvermehrung überwiegend der unteren, in 30% der oberen Extremitäten.*

Diese Krankheit führt in erster Linie dazu, dass mein Erscheinungsbild doch recht unproportional wirkt. Denn an meinen ansonsten recht durchschnittlich proportionierten Oberkörper, schließen extrem massige Arme und Beine an. Und mit massig meine ich fett. Schwabbelig, wabbelig, fett.
Und weil das nicht schon bescheuert genug aussieht, sind meine Hände und Füße wieder sehr zierlich und schlank. Was typisch ist für diese Form der Erkrankung, denn Hände und Füße bleiben meist von der krankhaften Fettverteilungsstörung ausgeschlossen.
Lipödem ist kein Einzelfall
So wie mir geht es vielen Frauen mit Lipödem.
Sie erkennen sich in ihrem eigenen Körper nicht wieder. Trotz ausgewogenem Lebensstil, Sport und höchstwahrscheinlich mehr als genug Diäten, wollen die erkrankten Körperstellen sich einfach nicht an die gesunden, nicht betroffenen Stellen angleichen. Essstörungen sind daher für viele Erkrankte keine Unbekannten.
Denn das Lipödem ist diät- und sportresistent.
Als Betroffene kann man dagegen nicht viel tun, als die erkrankten Partien operativ mit einer Liposuktion entfernen zu lassen. Aber nicht, dass damit das Problem gelöst wäre, nein, das Lipödem kommt immer wieder.
Denn es ist zwar therapierbar, aber bisher noch nicht heilbar.
Eine Operation ist daher leider auch keine finale Lösung. Besonders bei starken hormonellen Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahren, uvm.) ist die Gefahr groß, dass ein neuer Lipödem-„Schub“ ausgelöst wird und sich das Lipödem damit verschlimmert.
Das Lipödem hat viele Facetten.
Es ist nicht nur die für alle sichtbare Verformung des Körpers, für die andere dich doof angaffen oder auslachen.
Es sind nicht nur die Schmerzen, die manchmal so schlimm sind, dass kaum vor die Tür gehen mag oder heulend in die Notaufnahme fahren lässt.
Es sind auch die psychischen Faktoren, die einen Stück für Stück zerbrechen lassen – wenn man es zulässt (ich war an diesem Punkt, ich weiß wovon ich rede).
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Lipödem-Blog
Deshalb blogge ich über das Lipödem.
Denn das bin ich – Carina. Lipödm-Patientin, Feministin, Power-Frau & Spaß-Kanone.
Für mich gibt es nicht nur schwarz oder weiß, ich sehe alle Farben des Regenbogens!
Ich definiere mich nicht über meine Krankheit(en), sondern akzeptiere sie als Teil von mir, der nicht schön ist, mich manchmal sogar eingeschränkt, aber trotzdem nicht das Ende meiner Lebensfreude bedeutet.
Für mich war die Diagnose Lipödem Ende 2015 der Startschuss selber aktiv zu werden.
Ich möchte Frauen Mut geben, die wie ich am Lipödem erkrankt sind und denen es vielleicht schwer fällt sich so zu akzeptieren. Denn es ist nicht leicht einen Körper zu akzeptieren, den man ansieht und nur denkt: das bin ich nicht!
Mit meinen Erfahrungen möchte ich anderen helfen, sowie über diese Krankheit aufklären, informieren und sensibilisieren.
Was nicht passt, wird passend gemacht!
Lasst euch nicht runterziehen oder unterkriegen von all dem Müll, der einem im Leben passieren kann. Seht es als Herausforderungen – eine schwierige, aber interessante Aufgabe und für Aufgaben gibt es immer eine Lösung.

* https://www.phlebology.de/home-v16/leitlinien-der-dgp-mainmenu/72-leitlinie-lipoedem-der-beine

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